2019 08 14 Spotify Illustration Titelbild

Darum lohnt sich "Spotify for Podcasters"

Portrait von Podcast-Pionier Nico Leuenberger Nico Leuenberger, 14.8.2019
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Hast du deinen Podcast bereits bei "Spotify for Podcasters" aktiviert? Wenn nicht, dann kannst dus jetzt tun, denn das Tool ist ab sofort nicht mehr im Betastatus sondern offiziell für alle verfügbar: podcasters.spotify.com

"Spotify for Podcasters" bietet, wie es TheVerge schreibt, Podcaster*innen genau das, was sie sonst nirgends kriegen: Demographische Angaben über ihr Publikum.

So sehe ich etwa, dass mein Podcast "abverheit - Ideen, die nicht funktionierten" am beliebtesten ist bei Männern zwischen 28-34 Jahren. Ausserdem sehe ich, welche Musiker sie auf Spotify am meisten mögen. So steht mein Publikum etwa auf Bligg und die drei Fragezeichen. Diese Informationen helfen mir, meine Show noch besser auf mein Publikum auszurichten. Ausserdem sind sie spannend für potenzielle Sponsoren oder für Firmen, die in meiner Podcast-Schmiede Auftrags-Podcasts bestellen.

Für jede Episode zeichnet Spotify einen schönen Graphen der "Retention" auf, der also zeigt, wann meine Hörerinnen und Hörer abgesprungen sind.

Hier sehe ich, dass fast 70% meine Episode "Alles unklar" praktisch bis zum Schluss gehört haben - der Rote Faden hielt also, die Spannung funktionierte und es war wohl doch nicht alles unklar. Auch dieser Graph kann mir aber helfen, meine Show weiter zu verbessern. Übrigens ist diese Ansicht nicht Spotify-Exklusiv, ihr kriegt sie auch bei Podcastconnect von Apple, wenn ihr auf den Titel einer Episode klickt.

So meldet ihr euren Podcast an

"Spotify for Podcasters" ist für alle zugänglich. Einfach mit einem bestehenden oder neuen Spotify-Profil anmelden über podcasters.spotify.com. Dort könnt ihr auf "Add your podcast" klicken und die Adresse zum RSS-Feed eintragen. Spotify schickt dann ein Mail mit einem Einmal-Code an die Mailadresse, die im RSS-Feed steht. Den Code tragt ihr wiederum in die Eingabemaske ein und schon erhaltet ihr Zugang zu den Daten, übrigens rückwirkend bis zum Tag, als euer Podcast in den Spotify-Katalog aufgenommen wurde.

Datenschutz: Alternativen anbieten!

Als Produzent mag ich solche Informationen sehr, weil ich so meine Podcasts immer besser machen kann. Doch sei auch auf eine angeregte Diskussion mit Anwalt Martin Steiger hingewiesen, der spezialisiert ist auf Recht im digitalen Raum. Er merkte zu Recht an, dass viele Nutzer nicht wollen, dass sie Teil einer solchen Datenerhebung werden. Nun, wer Spotify nutzt, hat bereits in die Datensammlung eingewilligt. Aber meine Podcasts kann man alle auch ohne Spotify konsumieren und taucht dann nicht in dieser Auswertung auf. Schaut deshalb, dass ihr euren Hörerinnen und Hörerin immer auch diese Möglichkeit offenlasst, etwa mit einem Button von Podlove, wo jeder und jede selbst wählen kann, auf welchem Weg sie oder er euer Meisterwerk konsumieren will.

 

Autor:in

Portrait von Podcast-Pionier Nico Leuenberger

Nico Leuenberger

Nico ist Storyteller aus Leidenschaft. Seine 10-jährige Erfahrung als Radioreporter hat ihn gelehrt, dass es kaum eine Geschichte gibt, die sich nicht spannend erzählen lässt. Anfang 2019 gründete er die Agentur Podcastschmiede, um im Auftrag packende Audio-Geschichten zu erzählen.