Daniela Thielecke
27.07.2022
7 Minute(n) zum Lesen
Corporate Podcast, Podcasttipps

Gäste und Expert:innen in Podcasts - ein Erfolgsrezept?

“Drei ist ‘ne Party” - das ist nicht nur ein erfolgreicher Podcast, der mittlerweile in den Titel “Vier ist ‘ne Fete” übergegangen ist, er sagt auch aus, dass eine zunehmende Anzahl der Podcast Gäste für eine Menge Aktion steht. Wir denken einfach ans Zuhause: ohne Besuch ist es ruhig, wir gefallen nur uns selbst, die schicke Kleidung weicht der Jogginghose und man macht es sich auf dem Sofa bequem. Die eigene Komfortzone bietet so viele Vorteile, aber wirklich unterhaltsam ist sie nicht und auf Dauer sehnen wir uns nach Interaktion. Genauso wie in unserem Wohnzimmer ist es mit dem eigenen Podcast, es ist eine Herausforderung, die Hörerschaft dauerhaft alleine zu binden.

Menschen sind verschieden und schon beim Auftauchen einer zweiten Person wird die Aktionsfläche vergrössert. Auf einmal sind unterschiedlichste Konstellationen möglich: Good Cop und Bad Cop bieten brisante Diskussionen, zugewiesene Rollen ermöglichen das Umsetzen von interessanten Storytelling-Konzepten, wie z.B. der Heldenreise. Gäste in Podcasts bieten vor allem dann Vorteile, wenn sie als Expert:innen relevanten Content beitragen. Auch unser Podcastschmiede-Team bedient sich gerne dem “Stilmittel Gast”.

Die Podcastschmiede - Agenturleben

Technopark in Winterthur: Unsere Podcast-Produzent:innen Andrea Blatter und Peter Hanselmann planen häufig den Einsatz von Gästen in ihren Episoden (Foto: Podcastschmiede)

 

Sollte ich Expert:innen oder Gäste in meinen Podcast einladen?

Das hängt erst einmal davon ab, welches Erfolgskriterium du deinem Podcast zugrundelegst, ausserdem ist es vom gewählten Podcast-Format abhängig. Nicht immer ist Reichweite ein primäres Ziel, schliesslich können Podcasts noch weitaus mehr als nur neue Nutzerkreise zu erreichen. Siehe hierzu auch unseren Blogartikel “Wie erkläre ich, dass wir einen Podcast brauchen?” 8 Argumente, die wirklich helfen! Vielen Unternehmen ist z.B. wichtig, dass sie ihre Kompetenz hervorheben, um sich im Markt zu positionieren. Dabei nur Fakten in den Raum zu stellen ist nicht ausreichend. Peter Hanselmann produziert den Podcast «Schlüsselstellen» von Bächli Bergsport und hat bereits einige Expert:innen eingesetzt, er sieht vor allem 2 wichtige Motive für den Einsatz:

1. Stärkung der Glaubwürdigkeit in Podcasts

Peter Hanselmann: “Bei «Schlüsselstellen» arbeiten wir immer wieder mit externen Experten:innen. Diese sind entweder Profi-Bergsportler und Bergführer, die über Vor- und Nachteile bei der Anwendung von Thermo-Unterwäsche, Ski-Bindungen usw. sprechen, oder es sind Forscher die an der Empa oder an der Uni in München zu den genutzten Materialen usw. forschen. Dank diesen Experten:innen bekommt der Podcast eine grosse Glaubwürdigkeit. Beispielsweise kann ein Professor im Podcast erklären, wie ein Stück Stoff aufgebaut ist und wie es funktioniert - und dann auch klarstellen, warum Stichwörter wie „Atmungsaktiv“ oder auch „10’000 mm Wassersäule“ eigentlich bloss Marketing-Gags der Hersteller sind. Wenn sich die Aussagen der Experten mit jenen der Angestellten vom Bächli Bergsport decken, ergibt das auch eine grosse Glaubwürdigkeit für den Kunden.” 

2. Unterschiedliche Blickwinkel eines Themas beleuchten

Vor allem bei komplexen Themen setzt Peter Hanselmann auf den Einsatz gleich mehrerer Expert:innen. In Form von Roundtable Gesprächen erhalten die Hörer und Hörerinnen in diesen Podcasts eine Rundum-Sicht auf Themen. 

Der Schlüsselstellen Podcast lädt Expert:innen ein

Schlüsselstellen Podcast

Hallo Gesundheit Podcast

Hallo Gesundheit Podcast

Beispiele: "Schlüsselstellen" von Bächli Bergsport und "Hallo Gesundheit" der CSS setzen Expert:innen in Roundtable Gesprächen ein

Peter Hanselmann erklärt: “Bei den Roundtable-Gesprächen von Schlüssselstellen haben wir jeweils 3 Experten zum Thema eingesetzt, diese stammen aus unterschiedlichen Bereichen und vertreten dementsprechend auch unterschiedliche Meinungen. Jeder kommt gleichermassen zu Wort und kann seine Standpunkte in einer anständig geführten Diskussion darlegen. Damit erreichen wir, dass sich die Hörer:innen ihre eigenen Meinung zum Thema bilden. Ähnlich verhält es sich auch beim CSS Podcast «Hallo Gesundheit». Das Konzept sieht vor, dass eine Person, die von einer Krankheit betroffen ist, zu Wort kommt. In einer zweiten Episode zum selben Thema spricht hingegen eine Fachperson. Auch hier bei geht es um die verschiedenen Blickwinkel: Wie spürt jemand seine „Krankheit“ und wie wird das aus der Expert:innensicht bewertet?”. Einen weiteren Aspekt beleuchtet Andrea Blatter:

3. Mit Podcast-Gästen die Nähe zum Host herstellen

Die Beziehung zwischen Host und Hörer:innen liegt ihr besonders am Herzen. Als Projektleiterin des Podcasts “USZ direkt” des Universitätsspitals Zürich vermitteln Gäste eine notwendige Nähe, um Einblicke zu vermitteln. Komplexe Themen werden zugänglicher, wenn nahbare Personen, sie erklären, die auch wirklich aus dem Tätigkeitsfeld stammen, das wirkt sympathisch und authentisch.

Diese Podcast-Episoden der Podcastschmiede binden Expert:innen ein:

Expert:innen Einsätze in Podcasts als Stilmittel

Die Arbeit einer Podcast-Agentur: Andrea Blatter recherchiert und brieft die Interviewgäste, um ihre Episoden inhaltlich modellieren zu können.

Wie finde ich einen Podcast-Gast?

Geeignete Gäste zu finden kann aufwendig und auch kostenintensiv sein, hier geht das eigene Netzwerk oft vor. Teilweise werden Gäste bereits von den Kund:innen platziert, oder wir als Podcast-Agentur recherchieren geeignete Teilnehmer. Dabei ist zu beachten, dass Gesprächspartner die Kompetenz nicht nur in ihrem Fachgebiet zeigen müssen, sondern auch die einfache Übermittlung komplexer Themengebiete beherrschen. Whiteboard oder Präsentationen fallen als visuelle Stützen weg, selbst präsentationssichere Interviewpartner:innen sind das Mikrofon vor der Nase zunächst nicht gewöhnt, weiss Podcast-Produzentin Andrea Blatter. 

Was gibt es bei bei Interviewpartner:innen zu beachten?

“Oft klären wir die Personen auf, was ein Podcast ist, wie er funktioniert und dass sie keine Angst haben müssen, sich zu versprechen. Schliesslich können wir schneiden” lacht sie. “Das ist aber ganz normal, man ist nicht jeden Tag in einem Podcast zu hören und man muss sich auf das neue Medium erst einlassen. Hier helfen wir, um eine möglichst entspannte Atmosphäre herzustellen. Ausserdem führen wir Vorgespräche, bevor es zum richtigen Interview-Termin kommt”, berichtet Andrea Blatter, “so weiss jeder, was erwartet wird und kann sich beruhigt in die Aufzeichnung begeben.” 

Gibt es auch Online-Interviews, oder kommen alle Interviepartner:innen in die Podcastschmiede?

“Das ist unterschiedlich” erklärt Andrea “damit sich unsere Gäste wohlfühlen, versenden wir auch Mikrofone. So kann in der heimischen gewohnten Umgebung die Aufzeichnung erfolgen, wenn man sich bereit dazu fühlt.” Dies ist ein entscheidender Vorteil, der nicht nur zur Entspannung beiträgt, sondern auch die (Reise)kosten von Interviewpartner:innen senken kann. Personen, die sonst keine Zeit finden würden, in unsere Studios nach Winterthur oder Zürich zu fahren, kommen auf diese Weise doch als Gast infrage. Weitere Auskünfte zur Remote-Aufzeichnung findest du in diesem Blogartikel

Welche Erfahrungen hat die Podcastschmiede mit der Einbindung von Expert:innen gemacht?

Der Aufwand ausgehend vom Podcast-Konzept über die Expert:innen-Suche, Terminplanungen, Briefings und Vorgespräche ist nicht zu unterschätzen. Das Endergebnis kann sich jedoch jedes Mal sehen bzw. hören lassen. Vor allem beim Einsatz von bekannten Protagonist:innen sind die Erfolge über Podcast-Analytics eindeutig ablesbar und liefern sichtbare Peaks. Hier ist das Zusammenspiel von Social Media und Audio besonders wichtig, eine abgestimmte Kampagne liefert optimale Ergebnisse.

Wenn auch du Interesse an einem eigenen Podcast hast, vereinbare einen kostenfreien Termin - wir beraten dich gerne.

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Autor

Daniela Thielecke

Daniela bringt über 17 Jahre Radioerfahrung in die Podcastschmiede ein, sie entwickelte kreative Kampagnen für namhafte Unternehmen in Deutschland, ihr digitales Marketing Know-How sammelte sie in Schweizer Start-Ups. Zurück in die Audio-Welt zu kehren bedeutet für sie, Podcasts erfolgreich zu vermarkten.