Cheyenne Mackay
29.09.2022
10 Minute(n) zum Lesen
Eltern, Familie Familie, Erziehung

Aus Pipifax wird Rotzphase - der Wilde-Eltern-Podcast aus der Podcastschmiede

Rotzphase - der Podcast

Cheyenne und Zulu produzieren den Eltern-Podcast Rotzphase.

Viele kennen ihn noch - Pipifax war ein Podcast für frische Eltern und erschien 2019 beim SRF. Host und Gastgeberin Cheyenne Mackay entdeckte, dass ein Leben mit ihrer kleinen Tochter, damals 1 Jahr alt, neue Herausforderungen für sie, aber auch den Papa bereit hielt. Seitdem ist einiges passiert: selbstverständlich wurde die Tochter zum Kleinkind, womit sich die Herausforderungen in neue Richtungen verlagerten, aber das Wichtigste: Cheyenne wurde Teil des Podcastschmiede-Teams in Winterthur und führt als stellvertretende Geschäftsführerin und Head of Content Podcast Produktionen zahlreicher Unternehmen zum Erfolg. Cheyenne ist für uns nicht nur die stellvertretende Geschäftsführerin unserer Agentur, sie ist Elternteil, Podcasterin und eine Persönlichkeit, die es sich lohnt kennenzulernen. Wir haben uns mit Cheyenne unterhalten und du erfährst hier alle Hintergründe zum Podcast “Rotzphase”. 

Cheyenne, aus dem Pipifax Podcast wurde Rotzphase. Warum erscheint der Podcast für Eltern unter dem Label der Podcastschmiede?

“Nach meinem Jobwechsel vom Schweizer Radio und Fernsehen zur Podcastschmiede, haben mein Mann und ich den Podcast in der Freizeit gemacht. Ab der dritten Staffel heisst der Podcast nun “Rotzphase- der Podcast für wilde Eltern”. Aber Freizeit ist als Eltern eines kleinen Kindes wirklich rares Gut. Für den Podcast hiess das, dass wir nicht mehr regelmässig produzieren konnten, weil uns schlicht die Zeit dafür fehlte. Das war sehr schade, denn wir hatten mittlerweile eine grosse Community aufgebaut, die sich aktiv am Podcast beteiligte. Darum haben wir einen Weg gesucht, den Podcast wieder regelmässig zu produzieren und so im aktiven Austausch mit den Hörer:innen sein zu können und ein fortlaufendes Format für Eltern zu produzieren, welches nachhaltig ist.

Die Podcastschmiede produziert bisher Podcasts im Auftrag von Kundinnen und Kunden, wir entwickeln individuelle Podcast- Konzepte für unterschiedliche Bedürfnisse. Der Rotzphase Podcast ist ein Konzept aus der Podcastschmiede-Ideenküche, er ist von Eltern für Eltern konzipiert worden - und ein Beispiel dafür, wie kreativ und individuell die Podcastschmiede einzigartige Formate für ein klares Zielpublikum entwickeln kann.

 

Mutter und Podcasterin Cheyenne Mackay

Neue Herausforderungen im Elternsein veranlassten Cheyenne Mackay zum Podcasten.

Rotzphase ist nicht der einzige Eltern Podcast der Schweiz, warum soll ausgerechnet dieser gehört werden? 

“Der schweizerdeutsche Podcast spricht einen sehr grossen Teil der Bevölkerung an, denn in der Schweiz leben über eine Million Kinder bis 10 Jahre (Quelle). Diese Kinder haben Eltern und das Leben als Familie stellt Mütter und Väter immer wieder vor neue Herausforderungen, die immer mal wieder anstrengend, aufwühlend oder auch überfordernd sein können, was zu Diskussionen zwischen den Eltern führt. Diese Diskussionen führen auch mein Mann Zulu als Vater und ich als Mutter, und in unserem Podcast führen wir sie sogar öffentlich. Die Eltern-Gespräche können von jedem angehört werden: wie wir uns über die Erziehung austauschen, zum Beispiel darüber, was wir machen, wenn das Kind erst spät ins Bett geht oder wie wir es schaffen, mehr Paarzeit zu haben oder unsere individuellen Freiräume zu organisieren. Die Eltern bekommen einen Einblick in das Leben einer anderen Familie und können hören, dass sie nicht die einzigen sind, welche sich mit diesen Problemen beschäftigen.

Vater Kind Podcast
Der Alltag der Eltern steckt voller Erlebnisse, auch Konflikte müssen gemanagt werden.

 

Nun bleibt es bei deinem Podcast nicht bei privaten Diskussionen, ihr habt bewusst den Weg der Interaktion mit den Hörer:innen gewählt…

“Richtig, der Ansatz ist, dass Mamas und Papas den Podcast aktiv mit gestalten können, wir sammeln für jede neue Folge Sprachnachrichten zu einem Thema, die in den Podcast eingebaut werden. Wir sprechen aus unserer persönlichen Perspektive und interessieren uns dafür, wie andere Eltern die Herausforderungen als Vater oder Mutter meistern.

Der Rotzphase Podcast ist kein Ratgeber, wir sprechen nicht mit Fachpersonen und lassen uns nicht erklären, wie man das Kind in am besten erzieht. Wir wollen den Austausch unter Eltern fördern und mit einem realen Ausschnitt aus unserem Leben und dem der Hörer:innen einander kostenlos im Eltern-Alltag unterstützen. Der Rotzphase Podcast ist ehrlich und direkt, nimmt kein Blatt vor den Mund, bespricht auch mal heikle Themen in klaren Worten.”

Das Podcaster Paar führt ein erfülltes Leben

Den Podcastern geht nicht darum, Erziehung aus Lehrbüchern zu predigen, sie diskutieren offen die Aufgaben des Alltags und nehmen kein Blatt vor den Mund.

Warum ist dieser Podcast anders als andere?

“Rotzphase aka Pipifax war der zweite schweizerdeutsche Elternpodcast überhaupt, als wir angefangen haben, gab es noch das Format “Familienbande” von Pro Juventute, bei dem eine Mutter mit ihrem Vater spricht, der zugleich auch Kinderarzt ist. Mittlerweile gibt es mehrere Mama-und Papa-Podcasts sowie Eltern-Podcasts mit Fachpersonen oder Podcasts, die sich mit einem ganz spezifischen Teil des Elternseins befassen, wie zum Beispiel der Geburt. Rotzphase ist der einzige Podcast, in dem sich beide Elternteile gemeinsam mit anderen Eltern über das Leben mit Kindern unterhalten. Der Podcast, der die Offenheit hat, über alles zu sprechen ohne es fachlich einordnen zu müssen. Es kann auch vorkommen, dass man hört, wie wir uns als Eltern überhaupt nicht einig über die Erziehung in einer Trotzphase sind, zum Beispiel wenn es um Kinderbücher geht, und ich finde, dass da so oft veraltete Rollenbilder transportiert werden.”

Authentische Eltern

Die authentische Familie steht im Dialog mit anderen Eltern und bietet damit ein einzigartiges Podcast-Format.

An wen richtet er sich “Rotzphase” genau?

“In erster Linie ist der Podcast für Eltern: an Mütter und Väter, an Regenbogenfamilien, Einelternfamilen, Patchworkfamilien. Denn wir besprechen, wie es sich anfühlt, wenn man sich als Mutter gestresst fühlt, als Vater nicht ernst genommen wird oder als Eltern einfach nicht mehr weiter weiss. Nach drei Staffeln vom Podcast merken wir jedoch auch, dass uns auch gerne kinderlose Menschen auf Spotify, Apple Podcasts & Co. zuhören, oder Menschen, die mit Kindern arbeiten oder erst Eltern werden. Der Podcast ist auch als Beziehungs-Podcast interessant, denn als Paar reden wir sehr offen und ehrlich miteinander und geben somit einen sehr privaten Einblick ins Beziehungsleben.”

Welche Themen werden in dem Eltern Podcast behandelt?

“Zentrales Thema ist die Veränderung, denn Eltern sein und Kinder zu haben bedeutet, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Sei es, wenn das Kind zum ersten Mal bei den Grosseltern übernachtet oder wenn die Kita- Zeit zu Ende geht und der Kindergarten ansteht. Es gibt unglaublich viele Themen, die uns beschäftigen: was bedeutet Erziehung, wieviel Medienzeit ist für ein Kleinkind angebracht oder wie erzieht man ohne zu schimpfen. Wie gehen wir damit um, wenn das Kind nur Chicken Nuggets essen will und wir regen uns auch immer mal auf, zum Beispiel wenn es um Kinderkleider geht, die in Mädchen und Jungs aufgeteilt sind, oder wenn wir uns übers System aufregen, in dem wir leben, wo es keine Elternzeit und nur einen kurzen Vaterschaftsurlaub gibt.

Es geht auch immer mal wieder um die eigenen Ängste als Eltern und wie wir diese überwinden können. Sei es, wenn wir dem Kind beim Klettern zusehen oder uns Sorgen machen, zu streng zu sein. Wir sprechen darüber, wie es sich anfühlt, im Familienbett zu schlafen und wie lange das Kind wohl noch im elterlichen Bett die Nacht verbringt. Wir sprechen darüber, wann und wo man als Eltern noch Gelegenheit hat, die eigene Sexualität zu leben. Wir befassen uns mit der eigenen Angst vor dem Loslassen, überlegen uns, ob wir einen Babysitter engagieren sollen und wie man diesen am besten findet. Und wir unterhalten uns viel darüber, wie sich unser Leben mit Kleinkind verändert hat, dass wir es regelmässig vermissen, spontan Freund:innen zu treffen, Konzerte zu besuchen, verliebte Städtetrips zu machen oder einfach mal einen ganzen Tag zusammen im Bett rumzuhängen.”

Lust statt Frust im Podcast

Lust statt Frust: im Rotzphase Podcast darf neben dem Kind oder den Kindern die eigene Beziehung nicht zu kurz kommen.

Ihr setzt ja sehr stark auf Interaktion mit anderen Eltern. Wie macht Ihr das?

“Am Ende jeder Folge lancieren wir ein neues Thema und teilen ein paar Gedanken dazu, wir rufen die Hörer:innen dazu auf, uns ihre Gedanken dazu per Sprachmitteilung zu schicken. Diese Gedanken nehmen wir dann für die nächste Folge auf, sie inspirieren uns immer, wenn wir uns als Paar hinsetzen und über das Thema diskutieren. Es ist immer so, dass die Rückmeldung der Hörer:innen uns neue Perspektiven aufzeigen und uns damit im Elternalltag unterstützen. Mit dem Podcast wollen wir genau das: Erfahrungen teilen, neue Perspektiven aufzeigen, den Austausch zwischen den Eltern fördern und so den Elternalltag erleichtern. Wichtig ist uns dabei, dass wir voneinander lernen können, denn als Eltern sind wir alle Expert:innen für den Alltag mit Kindern. Es gibt genug Fachliteratur und Fachpersonen, die einen dabei unterstützen, Eltern zu sein. Der Erfahrungsaustausch scheint uns aber die direkteste und unmittelbarste Form des Lernens zu sein. Auch weil es keine perfekten Eltern gibt und wir ständig unter dem Druck stehen, als Eltern alles richtig machen zu wollen, ist es eben schön zu hören wie es anderen geht.”

Was ist Eure Vision?

“Unsere Vision für den Rotzphase Podcast ist, dass wir möglichst viele Eltern damit erreichen und sie persönlich vom Format profitieren können und Lust haben, sich einzubringen und ihre Erfahrungen und Haltungen zu teilen.

Postcast Vision von Rotzphase

Ein Erfolgsrezept nicht nur für Familien - der Schweizer Rotzphase Podcast ist u.a. auch für Unternehmen ein sinnvolles Marketing-Instrument.

Warum ist dieses Umfeld besonders für Unternehmen so wichtig?

“Wir sind überzeugt, dass es mit diesem einzigartigen Konzept auch gelingt, den Podcast zu monetarisieren, das heisst, Sponsoren für den Podcast zu finden. In der Schweiz leben fast die Hälfte der Menschen in eine Haushalt mit Kindern, rund 30 Prozent der Schweizer Haushalte sind Familien mit Kindern (Quelle). 

Wir können mit dem Podcast Marketing einen grossen Teil der Familien erreichen, die Schweizerdeutsch verstehen und/oder sprechen. Für Sponsoring-Partner:innen die passende Produkte oder Dienstleistungen für Eltern anbieten, bedeutet das eine sehr hohe potenzielle Reichweite.

Wie funktioniert eine Podcast-Partner-Einbindung, wenn ich als Marketing-Verantwortliche mein Produkt bei euch platzieren möchte?

“Bei Anfragen checken wir zunächst, ob das Unternehmen oder die Organisation zu unserem Podcast passt und ob wir uns damit identifizieren können, schliesslich integrieren wir den Partner auch authentisch - das funktioniert nur, wenn wir vollkommen dahinter stehen. Dann wird der Sponsor “Host-Read” eingebunden, d.h. wir nennen ihn in unseren Gesprächen und bauen ihn auf Basis seines Briefings mit in die Episode ein. Das kann eine Reise sein, ein Nahrungsmittel oder ein Kinderspielzeug. Wir erstellen mit dem Kunden oder der Kundin gemeinsam ein Briefing, um ein möglichst zielgerichtetes Marketing zu anzubieten.”

Vielen Dank Cheyenne für das Interview.

 

Weiterführende Links:

Wenn du den Podcast noch nicht kennst, kannst du ihn dir hier anhören
Du hast Interesse an einem Sponsoring? Dann schreibe uns hier

Bereits erschienenes Portrait

 

 

 

 

 

Cheyenne Mackay

Bereits mit 12 Jahren konnte Cheyenne als Jungreporterin für DRS3 vors Mikrofon. Seither lebt sie ihre Leidenschaft für Audio, Podcast & Radio. Sie arbeitete als Radio-Redaktorin bei Canal 3, RaBe und SRF und ist Ausbildnerin und Dozentin u.a. bei SRF, MAZ und der Radioschule Klipp & Klang. Sie ist Mitgründerin des SONOHR Radio + Podcast Festivals und Macherin des SRF-Eltern-Podcasts «Pipifax», der nun als «Rotzphase» in die 3. Staffel geht.